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Meret mit I. Zurkinden


Paris 1932 - 1937

Mit 18 Jahren, 1½ Jahre vor dem Abitur, fuhr Meret Oppenheim in Begleitung von ihrer Freundin Irene Zurkinden, einer Künstlerin aus Basel, nach Paris, um eine Kunstakademie zu besuchen.


"Café le Dome"
Frei das eigene Leben selbst zu bestimmen, war damals für eine junge Frau eine ungewöhnliche Haltung.
Auf der Zugfahrt trank sie sich einen Pernod-Rausch an und ging nach der Ankunft sofort ins berühmte Künstler-Café "le Dome".
Hier entstanden später ihre erste Gedichte.

Academie

Sporadisch besuchte sie Kurse der "Academie de la Grande Chaumière". Nur für kurze Zeit, da die Kurse sie bald langweilten. Stattdessen arbeitete sie lieber in einem eigenen Atelier an Zeichnungen, Gemälden, Collagen und Objekten.

Freunde in Paris
Durch Zufall, sagte sie einmal, sei sie zu den Surrealisten gestoßen. Der Mythos der Muse der Surrealisten entstand jedoch nicht ganz unbegründet, denn Meret Oppenheim entsprach in vieler Hinsicht der Idealvorstellung der surrealistischen Künstler von einer Frau. Sie war jung und schön , selbstbewusst, unabhängig, kreativ und offen für neue Ideen.


"Café de Flore"
Sie verkehrte im Café de la Place-Blanche, wo sie Bekanntschaft mit HansArp und Alberto Giacometti fand. Schnell fand sie Aufnahme in Kreis der Surrealisten um André Breton, nahm regelmäßig an ihren Treffen und ab 1933 an Ausstellungen im "Salon des Surindépendents" (der Überunabhängigen) teil, bei denen unter anderem auch Max Ernst, Marcel Duchamps, Yves Tanguy, Man Ray u.a. ausstellten.


"Husch, husch, ......"
In dieser Zeit begann die Freundschaft zu Max Ernst, die sie eines Tages "abrupt und fast unbewußt beendete"; erst später wurde ihr klar, dass dies "aus der inneren Notwendigkeit geschehen war, den eigenen künstlerischen Weg unbeeinflusst weiter zuverfolgen" (M.O.). Zum Abschied machte sie dem Geliebten Max Ernst eines ihrer schönsten Bilder zum Geschenk, "Husch, husch, der schönste Vokal entleert sich" (1934).
Zwischen 1933-36 stand Meret Oppenheim einige Male Modell vor der Kamera des bekannten Fotografen Man Ray. In dieser Zeit entstand das spektakuläre Foto, das Meret Oppenheim nackt, hinter einem Druckerrad zeigt.


Meret in ihrem Atelier
1936 wurde ihre finanzielle Situation schwierig. Ihre Mutter und Geschwister hatten bereits 1935 Steinen verlassen und waren zu den Großeltern in die Schweiz gezogen. Merets Vater mußte wegen seines jüdischen Namens 1936 seine Praxis in Steinen aufgeben und zog zu seiner Familie. In der Schweiz erhielt er keine Arbeitserlaubnis. Deswegen war Meret gezwungen ihr Studium selbst zu finanzieren. Daher fing sie 1936 an Fantasieschmuck herzustellen, z.B. einen mit Fell überzogenen Armreif.

Die mit Fell bezogene Pelztasse war für die Künstlerin mehr eine "Spielerei", entstanden nach einer Plauderei mit Pablo Picasso und dessen Freundin Dora Maar. Doch schnell avancierte das Objekt, das im Museum of Modern Art in New York steht, zur "Ikone des Surrealismus", ähnlich wie die dekorierten und verschnürten Stöckelschuhe auf dem Tablett.


"Tisch mit Vogelfüßen"

Meret Oppenheim hat unter dieser einseitigen Beurteilung ihres Oeuvres, die für sie einer Mumifizierung gleichkam, lange Zeit gelitten. Der Blick auf ihre weiteren Arbeiten war verstellt.
Sie verließ die Stadt an der Seine 1937, beteiligte sich aber 1939 mit dem bekannten "Tisch mit den kralligen Vogelfüßen"nochmals an einer Ausstellung phantastischer Möbel. Danach kehrte sie erst im Herbst 1950 nach Paris zurück, wo sie einige ihrer Freunde aus den 30er Jahren traf und wieder ein Atelier unterhielt.